Tuðba ÖZTOPÇU

 
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Light, Shadow, and the Quiet Poetry of the Everyday

Robert JONES
 

 

Viewing a single print, or series of prints, by photographer Tuðba Yüksel Öztopçu borders on the sublime. I first became aware of her photography as she posted black and white renditions of these images in an online photography group. I was gobsmacked by the combination of simplicity of form and composition of her works with the seemingly contradictory layers of complexity of ephemeral streaks of condensation and swaths of frost on the windows of Istanbul’s busses, obscuring her subjects.
 

Whole areas of darkness would loom around the people she photographs on an almost daily basis with her Nikon, and it appears that for Tuðba, the dark is accorded the same importance that light is.

If photography is about light, then Tuðba Yüksel doles it out in selective, fleeting, and miserly doses. Somehow, this raises its value – like gold or alexandrite, a commodity’s scarcity increases its intrinsic worth.

Later, upon further viewing her amazing portfolio of black and white images, I began seeing color versions of the same photographs Tuðba captured. To my way of thinking, my immediate reaction was disdain for the photographer not making up her mind as to whether the images ought to be in black and white or color. I am nearly 50, and not only was I trained in film photography, I still use film exclusively. When one loads black and white or color film, one is making a commitment to a particular style and the mode in which he wishes to present his vision; I regard most photographers in this digital age who share both versions as unable to make their minds up.

I still do. They do not think differently in black and white than they do in color, and the meaning of their photographs does not change when switching from one mode to another.

But, his is not the case with Tuðba Yüksel’s series, “The Bus,” and my I was wrong in my initial assessment upon seeing her color photographs.
For what drew me to her black and white method – the brilliance of chance streams of light, the infinite darkness of large patches of blacks and charcoal greys – defined the people in her images in stark tones as almost iconic. Their wearisome daily commutes, their stolen moments of precious rest and respite from their labours, the sudden and irrepressible smiles on two lovers’ faces, seemed etched in immortality in Yüksel’s prints.

And yet, when one views them in color, one is technically viewing the same images, but enters an entirely different world: Here, the warm golden glow replaces the shimmer of antisceptic white. The colors are muted, but their presence is jarring in that amidst the darkness and cold, the presence of hue drops subtly festive hints and the sanguine into an otherwise gray daily commute. Now, we see not studies in shades of gray, but a rich aura of color that suffuses her compositions. Instead of the immediate made immortal through the freezing of time, we view the ride as part of life’s continuum, of a rich panoply of emotions and experiences, her chiaroscuro studies of Licht und Schatten permeated with the bittersweet depth of life’s attendant little triumphs and tragedies.

I do not know how old Tuðba is, but from her photographs she seems very young in years. Do not let that deceive you: She has what I once heard a rabbi describe as an “old soul.” He meant the phrase as a compliment. In Yüksel’s vision, we are not viewing a mere technical or even artistic achievement, but the emotional commitment of a very wise scribe of light. In fact, what we photographers call “vision” is wholly inadequate to describe what she is getting at.

Speaking through her chosen medium bilingually, in both black and white and color, Tuðba Yüksel imparts her artistic Weltanschauung with the deftness of an accomplished painter from eras long since past. Using modern tools, she reminds us that art was meant to be universal, transformative, and uplifting. It is as though through her photography, she has found a direct connection to people’s souls.

 


Licht, Schatten und die stille Poesie des Alltags

Einen einzelnen Abzug oder eine Serie von Abzügen der Fotografin Tuðba Yüksel Öztopçu zu betrachten, grenzt beinahe an das Erhabene. Zum ersten Mal wurde ich auf ihre Fotografien aufmerksam, als sie Schwarzweißversionen dieser Bilder in einer Online-Fotografiegruppe veröffentlichte. Ich war verblüfft über die Verbindung aus formaler Einfachheit und kompositorischer Klarheit einerseits und den scheinbar widersprüchlichen Schichten von Komplexität andererseits – flüchtige Spuren von Kondensation und breite Felder von Reif auf den Fenstern der Istanbuler Busse, die ihre Motive teilweise verschleiern. Weite Zonen von Dunkelheit scheinen die Menschen zu umgeben, die sie fast täglich mit ihrer Nikon fotografiert, und es wirkt, als messe Tuðba der Dunkelheit dieselbe Bedeutung bei wie dem Licht.

Wenn Fotografie vom Licht handelt, dann verteilt Tuðba Yüksel es sparsam, selektiv und flüchtig. Gerade diese Zurückhaltung steigert seinen Wert – ähnlich wie bei Gold oder Alexandrit: Die Seltenheit einer Ressource erhöht ihren inneren Wert.

Später, als ich ihr beeindruckendes Portfolio von Schwarzweißfotografien weiter betrachtete, entdeckte ich auch Farbversionen derselben Bilder. Mein erster Impuls war Skepsis. Ich empfand eine gewisse Geringschätzung gegenüber einem Fotografen, der sich nicht entscheiden kann, ob seine Bilder in Schwarzweiß oder in Farbe gezeigt werden sollen. Ich bin fast fünfzig Jahre alt, wurde in der analogen Fotografie ausgebildet und arbeite bis heute ausschließlich mit Film. Wenn man Schwarzweiß- oder Farbfilm einlegt, trifft man eine bewusste Entscheidung über Stil und Ausdrucksform der eigenen Vision. Viele Fotografen im digitalen Zeitalter, die beide Versionen veröffentlichen, erscheinen mir deshalb unentschlossen.

Und im Allgemeinen denke ich das noch immer. Die meisten sehen in Schwarzweiß nicht anders als in Farbe, und die Bedeutung ihrer Bilder verändert sich nicht wirklich durch den Wechsel des Mediums.

Doch bei Tuðba Yüksels Serie „The Bus“ ist es anders – und ich musste meine erste Einschätzung nach dem Betrachten ihrer Farbfotografien revidieren.

Was mich zunächst an ihren Schwarzweißbildern faszinierte – die Brillanz zufälliger Lichtstreifen, die nahezu unendliche Dunkelheit großer Flächen aus Schwarz und Kohlegrau – ließ die Menschen in ihren Fotografien in strengen Tonwerten erscheinen, beinahe wie Ikonen. Ihre ermüdenden täglichen Fahrten zur Arbeit, ihre gestohlenen Momente der Ruhe und Erholung, das plötzliche, unbändige Lächeln zweier Liebender – all das schien in Yüksels Abzügen in eine Form von Unsterblichkeit eingeschrieben.

Und doch betritt man beim Betrachten der Farbfotografien eine völlig andere Welt, obwohl es technisch gesehen dieselben Bilder sind. Hier ersetzt ein warmes, goldenes Leuchten das kühle Schimmern eines fast antiseptischen Weiß. Die Farben sind gedämpft, doch gerade deshalb wirken sie überraschend: Mitten in Dunkelheit und Kälte setzen sie subtile, beinahe festliche Akzente und bringen eine Spur von Wärme in eine ansonsten graue Alltagsfahrt. Nun sehen wir nicht mehr nur Studien in Grauabstufungen, sondern eine reiche Aura von Farbe, die ihre Kompositionen durchdringt. Statt eines eingefrorenen Augenblicks erleben wir die Fahrt als Teil eines Kontinuums des Lebens – als ein Panorama von Emotionen und Erfahrungen. Ihre Chiaroscuro-Studien von Licht und Schatten sind von jener bittersüßen Tiefe durchdrungen, in der sich die kleinen Triumphe und Tragödien des Lebens spiegeln.

Ich weiß nicht, wie alt Tuðba ist, doch anhand ihrer Fotografien wirkt sie noch sehr jung. Lassen Sie sich davon nicht täuschen: Sie besitzt, wie ein Rabbiner es einmal ausdrückte, eine „alte Seele“. Und er meinte dies als großes Kompliment. In Yüksels Arbeiten sehen wir nicht bloß eine technische oder künstlerische Leistung, sondern das emotionale Engagement einer sehr weisen Chronistin des Lichts. Tatsächlich erscheint das, was wir Fotografen gewöhnlich „Vision“ nennen, als ein zu schwacher Begriff für das, was sie ausdrücken will.

Indem sie in ihrem Medium gewissermaßen zweisprachig spricht – sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe – vermittelt Tuðba Yüksel ihre künstlerische Weltanschauung mit der Sicherheit und Eleganz eines großen Malers vergangener Zeiten. Mit modernen Mitteln erinnert sie uns daran, dass Kunst immer universal, transformierend und erhebend sein sollte. Es ist, als hätte sie durch ihre Fotografie eine direkte Verbindung zu den Seelen der Menschen gefunden.

Robert Jones
 

 

Lumière, ombre et la poésie silencieuse du quotidien

Contempler une épreuve unique – ou une série d’épreuves – de la photographe Tuðba Yüksel Öztopçu frôle le sublime. J’ai découvert son travail pour la première fois lorsqu’elle publia des versions en noir et blanc de ces images dans un groupe de photographie en ligne. J’ai été stupéfait par l’alliance entre la simplicité formelle et la clarté de la composition, d’une part, et ces couches apparemment contradictoires de complexité, d’autre part : des traînées éphémères de condensation et de larges nappes de givre sur les vitres des autobus d’Istanbul, qui viennent voiler les sujets. De vastes zones d’ombre semblent entourer les personnes qu’elle photographie presque quotidiennement avec son Nikon, et il apparaît que, pour Tuðba, l’obscurité possède autant d’importance que la lumière.

Si la photographie est affaire de lumière, alors Tuðba Yüksel la distribue avec parcimonie, par touches fugitives et soigneusement mesurées. D’une certaine manière, cela en augmente la valeur – comme l’or ou l’alexandrite : la rareté d’une matière en accroît la valeur intrinsèque.

Plus tard, en explorant plus attentivement son remarquable portfolio d’images en noir et blanc, j’ai découvert des versions en couleur de ces mêmes photographies. Ma réaction immédiate fut d’abord teintée de scepticisme. J’éprouvais une certaine réticence face à un photographe qui ne semble pas choisir entre noir et blanc et couleur. J’approche aujourd’hui de la cinquantaine ; j’ai été formé à la photographie argentique et je travaille encore exclusivement avec du film. Charger un film noir et blanc ou couleur implique un engagement envers un style précis et une manière particulière de présenter sa vision. Beaucoup de photographes de l’ère numérique qui diffusent les deux versions me semblent, à cet égard, indécis.

Et d’une manière générale, je continue de le penser. La plupart ne pensent pas différemment en noir et blanc qu’en couleur, et le sens de leurs images ne change guère lorsqu’ils passent d’un mode à l’autre.

Mais ce n’est pas le cas de la série « The Bus » de Tuðba Yüksel – et je dois reconnaître que mon jugement initial s’est révélé erroné lorsque j’ai découvert ses photographies en couleur.

Ce qui m’avait d’abord attiré dans son approche du noir et blanc – l’éclat de ces rais de lumière fortuits, l’obscurité presque infinie de larges plages de noir et de gris charbon – donnait aux personnes de ses images une présence presque iconique. Leurs trajets quotidiens épuisants, les instants volés de repos et de répit, le sourire soudain et irrépressible de deux amoureux : tout semblait gravé dans une forme d’immortalité dans les tirages de Yüksel.

Et pourtant, lorsque l’on regarde ces images en couleur, on entre dans un monde tout autre, bien qu’il s’agisse techniquement des mêmes photographies. Ici, une lueur dorée et chaleureuse remplace l’éclat presque antiseptique du blanc. Les couleurs restent atténuées, mais leur présence surprend : au cœur de l’ombre et du froid, elles déposent de subtiles notes festives et une nuance de chaleur dans ce qui pourrait autrement demeurer une routine grise. Nous ne voyons plus seulement des études de gris, mais une aura chromatique riche qui imprègne les compositions. Au lieu d’un instant figé dans l’éternité, nous percevons le trajet comme une partie du continuum de la vie, un vaste éventail d’émotions et d’expériences. Ses études de clair-obscur, de lumière et d’ombre, se trouvent ainsi traversées par la profondeur douce-amère des petits triomphes et des tragédies discrètes qui accompagnent l’existence.

Je ne sais pas quel âge a Tuðba, mais ses photographies donnent l’impression d’une artiste encore très jeune. Ne vous laissez pas tromper : elle possède ce qu’un rabbin décrivit un jour comme une « vieille âme ». Et il le disait comme un compliment. Dans la vision de Yüksel, nous ne voyons pas simplement une prouesse technique ou artistique, mais l’engagement émotionnel d’une très sage scribe de la lumière. En vérité, ce que nous appelons habituellement la « vision » photographique paraît bien insuffisant pour décrire ce qu’elle cherche à exprimer.

S’exprimant dans son médium comme dans une langue double – à la fois en noir et blanc et en couleur – Tuðba Yüksel transmet sa Weltanschauung artistique avec la maîtrise d’un peintre accompli d’une époque révolue. À l’aide d’outils modernes, elle nous rappelle que l’art se veut universel, transformateur et porteur d’élévation. C’est comme si, à travers sa photographie, elle avait trouvé un accès direct à l’âme humaine.



Robert Jones
Monday, February 13, 2012

http://robertjonesphoto.blogspot.com/2012/02/tugba-yuksel.html